Gefahrstoffzug Feuerwehr Bad Rappenau

Ob Spedition, Industriebetrieb, Handel oder Privathaushalt - überall sind Chemikalien und gefährliche Stoffe anzutreffen. Auch im Straßen-, Schienen,- und Schiffsverkehr werden täglich große Mengen solcher Stoffe transportiert.

 

Bei Unfällen oder Störungen wird die Feuerwehr alarmiert um Menschen zu retten, die Umwelt zu schützen und Schäden zu begrenzen. Allerdings können die meisten Feuerwehren nur Erstmaßnahmen wie z.B. die Rettung von Menschen durchführen. Für alle weiteren Aufgaben (Auffangen von Flüssigkeiten, Abdichten von Leckagen, Messen von Stoffkonzentrationen, ...) werden Spezialkräfte benötigt.

 

Im Landkreis Heilbronn werden diese Spezialkräfte durch die beiden Gefahrstoffzüge der Feuerwehren Weinsberg und Bad Rappenau gebildet. Weiterhin stehen bei den Feuerwehren Neckarsulm und Lauffen noch Messfahrzeuge bereit. Die Feuerwehr Heilbronn verfügt über einen weiteren Gefahrstoffzug, welcher bei Bedarf angefordert werden kann.

Aktuelles


Bericht vom 02.09.2016

Am 02.09.2016 fand eine reguläre Übung des Gefahrstoffzuges statt. Um möglichst viele Anforderungen in einer Übung abzubilden, wurden zwei Szenarien dargestellt, welche parallel von zwei Gruppen abgearbeitet werden mussten. Dabei ging es vor allem um Schnelligkeit und korrekte Arbeitsabläufe. In beiden Fällen musste ein ausgetretener Stoff aufgefangen und umgepumpt werden. Weiterhin stand das Anlegen von Chemikalienschutzanzügen, Stoffrecherche und Messen im Vordergrund.


Bericht vom 05.11.2015

Am 05.11.2015 hatte der Gefahrgutzug der Feuerwehr Bad Rappenau die Möglichkeit eine Ausbildungseinheit beim Gefahrgutübungszug der Deutschen Bahn zu belegen.
Zu Beginn erfolgte eine theoretische Einheit.

Folgende Punkte bildeten den Schwerpunkt der beiden Ausbilder der Deutschen Bahn in dieser Unterrichtseinheit:
- Erkenntnisse aus vergangenen Bahnunfälle
- Sicherheitsabstände bei austretenden Gefahrstoffe und bei Bränden von Zügen welche unter Druck verflüssigte brennbare Gase transportieren
- Sicherheitsabstände zu Oberleitungen
- Ansprechpartner der Deutschen Bahn bei Unfällen, z.B. Notfallmanager oder Fahrdienstleiter und deren Aufgaben
- Kennzeichnungen der Gefahrgutkesselwagen
- Transportpapiere und deren Zuordnung zu den einzelnen Waggons im Zug
- Transportmengen und Zugkonfigurationen welche Gefahrgut transportieren

Im Zweiten Teil ging es an einen Kesselwagen. Dieser war sowohl von außen, von oben und von innen begehbar. An diesem Wagen war eine Vielzahl von möglichen Be-/ und Entleerungsventilen, Absperreinrichtungen und Belüftungseinrichtungen angebaut. Je nach Aggregatszustand des zu befördernden Mediums erfolgt die Befüllung von oben oder unten. Die Absperreinrichtungen können entweder mechanisch, als auch hydraulisch betätigt sein. Hierbei wurde von den Ausbildern u.a. aufgrund der Schnittmodelle sehr anschaulich und begreifbar für die Mitglieder unserer Feuerwehr die jeweilige Handhabung demonstriert.

Im letzten Unterrichtsteil ging es an einen weiteren Kesselwagen. An diesem Wagen können von den Ausbilder eine Vielzahl von Leckagen/Beschädigungen praktisch demonstriert werden. Aufgeteilt in 2 Gruppen wurden die Feuerwehrfrauen/-männer des Gefahrgutzug der Feuerwehr Bad Rappenau nun vor unterschiedliche Übungsaufgaben gestellt. In Summe wurden hierbei von jeder Gruppe jeweils 3 unterschiedliche Leckagen mit unterschiedlichen Methoden abgedichtet. Auch hier hatten die Ausbilder bei der jeweils erfolgten Nachbesprechung wichtige Tipps für die Einsatzkräfte parat.

Bemerkung: Aufgrund des eingeschränkten Zeitfenster und dem Ziel einen großen praktischen Anteil am Übungswagen zu erreichen wurde auf das Anlegen von Chemikalienschutzanzug und umluftunabhängigen Atemschutzgeräten verzichtet.

Zusammenfassend war dieser Nachmittag/Abend für die Teilnehmer eine sehr intensive und interessante Übungseinheit. Vielen Dank an dieser Stelle an die beiden Ausbilder der Deutschen Bahn.


Bericht vom 20.06.2015

Am Samstag, den 20. Juni 2015 fand in Bad Rappenau die zweite Ausbildungsveranstaltung der Gefahrstoffeinheiten des Landkreises Heilbronn statt. Ziel dieser Ausbildung war es die Inhalte der letzten Ausbildung aufzufrischen und das Vorgehen der Feuerwehren zu vereinheitlichen. Natürlich kam auch der gegenseitige Erfahrungsaustausch nicht zu kurz. Nach der Begrüßung durch Kreisbrandmeister Uwe Vogel ging es los:

An fünf unterschiedlichen Stationen wurde in gemischten Gruppen gemeinsam geübt. Den Start machten zwei Stationen der Feuerwehr Bad Rappenau: Bei der ersten Station wurde das richtige Anlegen eines Chemikalienschutzanzuges (CSA) erklärt - da jede Feuerwehr ihre Übungsanzüge mitgebracht hatte, war für jede Gruppe genug Ausrüstung vorhanden. Anschließend mussten die CSA-Trupps am Leckage-Übungsgerät verschiedene Leckagen anhand der auf dem Gerätewagen-Gefahrgut mitgeführten Ausrüstung abdichten.

Um den Stationsdurchlauf realistisch zu gestalten, wurden die CSA-Träger im Anschluss durch das Personal des Dekon-P aus Weinsberg dekontaminiert. Im gleichen Zug wurde auch das korrekte Ablegen der Schutzanzüge geübt, um ein mögliches Verschleppen des Gefahrstoffes zu vermeiden.

An einer weiteren Station konnten sich die Mitglieder der Sondereinheiten über verschiedene Messgeräte informieren und das Messen mit "echten" Chemikalien üben. Diesen Part übernahmen die Kameraden aus Neckarsulm mit dem GW-Mess. Eine Aufrischung gab es auch im Bereich Kommunikation und Erkundung. Die Feuerwehr Lauffen stellte hierzu eine Übungslage in den Räumlichkeiten des Feuerwehrhauses dar. Die vorgefundene Situation musste beschrieben und per Funk übemrittelt werden.

Nach drei lehrreichen Stunden konnte die Veranstaltung mit einem gemeinsamen Mittagessen abgeschlossen werden. Die Feuerwehr Bad Rappenau bedankt sich recht herzlich bei Kreisbrandmeister Uwe Vogel für die Unterstützung und bei allen teilnehmenden Kameradinnen und Kameraden für ihr Engagement.


Bericht vom 14.05.2014

Bericht der Feuerwehr Bad Friedrichshall:

Die allwöchentliche Montagsübung war dieses Mal eine ganz besondere Übung. Dies kündigte sich schon beim Eintreffen der Feuerwehrleute bei der Feuerwache an. Denn dort stand schon die Feuerwehr Neckarsulm mit ihrem GW- Messtechnik. Uns wurde dann erläutert, dass wir heute eine Übung bei der Firma Hengstenberg durchführen werden und es mit einem Chemieunfall zutun bekommen. Bei diesem seien zwei Mitarbeiter bei Bauarbeiten verletzt wurde. Für diese Übung bekamen wir neben dem GW-Messtechnik aus Neckarsulm auch Unterstützung aus Bad Rappenau mit dem Gefahrgutzug, bestehend aus zwei LF und dem GW – Gefahrgut. Alle Fahrzeuge der Feuerwehr Bad Friedrichshall fuhren gemeinsam zur Firma Hengstenberg und wurden entsprechend ihren Aufgaben aufgestellt. Uns wurde dann bekannt gegeben, dass es sich beim Übungseinsatz um auslaufende „Essigsäure“ (dargestellt mit Wasser) handle und dass sich noch zwei Personen im Gebäude befinden. Der Angriffstrupp der sich schon auf der Anfahrt mit Atemschutzgeräten ausgerüstet hatte, begann sofort mit der Menschenrettung. Da hierbei jede Minute zählt musste vorerst unsere normale Feuerwehrschutzausrüstung reichen. Innerhalb weniger Minuten konnten so die zwei verunfallten Personen gerettet werden. Während der Ersterkundung wurden dann auch die Kräfte aus Neckarsulm und Bad Rappenau zur Einsatzstelle gerufen, die bei Ankunft sofort mit ihren Tätigkeiten begannen. Die Besatzung des GW – Messtechnik untersuchte die Luftzusammensetzung, um im Falle einer Gefährdung wichtige Folgemaßnahmen durchzuführen. Die Bad Rappenauer Kollegen bauten die Grob-Dekontamination auf und bereiteten Trupps mit Vollschutzanzügen zur Abdichtung der undichten Stellen vor. Mit Abdichten des Lecks und dekontaminieren der einzelnen Trupps wurde die Übung beendet.


Übung im Gymnasium Bad Wimpfen

Am 11.11.2013 konnte der Gefahrstoffzug Bad Rappenau eine Übung im Hohenstaufen-Gymnasium Bad Wimpfen abhalten. Zu Beginn wurde von Herrn Koos, stellv. Schulleiter und Chemielehrer, eine Schulstunde zum Thema Säuren + Basen und explosiblen Gemischen abgehalten. Mit anschaulichen Beispielen und Versuchen wurden die Themen den "Schülern" nähergebracht.

 

Nach dem interessanten und kurzweiligen Unterricht folgte eine Einsatzübung in den Räumlichkeiten der Schule. Es wurde ein gasförmiger Stoffaustritt im Chemieraum angenommen, Schüler und Lehrer waren zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im Gebäude. Somit waren die Aufgaben der Spezialkräfte klar definiert: Ausbreitung stoppen, Konzentrationen messen und die Räumlichkeiten lüften. Die Trupps gingen hierzu mit Chemikalienschutzanzügen ins Gebäude vor. Außerhalb wurde der Dekonplatz und alle anderen notwendigen Einrichtungen aufgebaut.

 

Nach kurzer Zeit konnten die Messungen ausgewertet und die Räumlichkeiten belüftet werden. Wir freuen uns, dass die Übung so gut funktioniert hat. Knapp 9 Monate sind seit der ersten Übung des neustrukturierten Gefahrstoffzuges vergangen, eine tolle Leistung!


Bericht vom 08.06.2013

von Mediateam, Feuerwehr Weinsberg

 

Am Samstag, 08. Juni 2013 fand in Weinsberg die erste Ausbildungsveranstaltung der Gefahrstoffeinheiten des Landkreises Heilbronn statt. Ziel dieser Ausbildung war zum einen die Schwerpunkte in einem Gefahrstoffeinsatz zu beüben und gewisse Standards zu vereinheitlichen. Zum anderen stand auch das gegenseitige Kennenlernen der einzelnen Einheiten im Fokus der Veranstaltung.

Das Szenario auf dem Übungshof der Feuerwehr Weinsberg glich einer Großschadenslage, waren doch insgesamt über 60 Einsatzkräfte von den Messeinheiten der Feuerwehren Neckarsulm und Lauffen a.N. sowie Personal von den Gefahrstoffzügen Bad Rappenau und Weinsberg anwesend. Ebenso beteiligt war die Fachberaterin des Landkreises, Sigrid Aßfalg. Keine Selbstverständlichkeit, wenn man bedenkt dass das Thermometer schon fast sommerliche Temperaturen anzeigte. Dies unterstreicht wiederum mit welch hoher Motivation sich die Teilnehmer hier einbrachten.

An sieben unterschiedlichen Stationen wurde den in gemischte Gruppen eingeteilten Einsatzkräften eine Fülle von Informationen vermittelt, zum Teil konnte bekanntes vertieft, aber auch neues hinzugelernt werden. So ging es beispielsweise bei der ersten Station um das richtige Anlegen eines Chemikalienschutzanzuges (CSA). Was muss man generell beachten? Wie wird die neue Hörsprechgarnitur angebracht? Anschaulich demonstrierte Ilja Woitaschek aus Bad Rappenau die richtige Vorgehensweise. So ausgerüstet versuchten die CSA-Trupps am Leckage-Übungsgerät verschiedene Leckagen anhand der auf dem Gerätewagen Gefahrgut mitgeführten Ausrüstung zu schließen und abzudichten. Conrad Wagenbach gab hier wertvolle Tipps wie z.B. mit der sog. "UNIKA" umgegangen und ein abgerissener Flansch wieder dicht gebracht werden kann.

Wie bei einer reellen Gefahrstofflage wurden die CSA-Träger durch das Personal der Dekoneinheit Weinsberg dekontaminiert, also von "Schadstoffen" auf dem Schutzanzug befreit. "Hände vor das Visier" gab Thorsten Maier dem CSA-Trupp Anweisung. Auch das Ausziehen der Schutzanzüge will gelernt sein. Um ein mögliches Verschleppen des Gefahrstoffes zu vermeiden, muss jeder Handgriff sitzen und jeglicher Kontakt des CSA-Trägers zur Außenhülle des Anzuges vermieden werden.

An weiteren Stationen konnte man sich über zahlreiche verschiedene Messgeräte wie z.B. dem Photoionisationsdetektor (PID) informieren und dessen Funktionsweise von den Neckarsulmer Kameraden ausführlich erläutern lassen. Interessant waren auch die aufgezeigten Möglichkeiten wie auslaufende Gefahrstoffe mittels unterschiedlicher Pumpen gefördert bzw. umgepumpt werden können. Im Mittelpunkt der Station 6 stand der Umgang mit diversen Prüfröhrchen die zur Detektion und Messung von Gefahrstoffkonzentrationen Verwendung finden. Um hier realitätsnah üben zu können hatte Sigrid Aßfalg eigens einige "Gefahrstoffe" mitgebracht, welche dann von den Teilnehmern entsprechend ausgemessen wurden. Dass im Gefahrstoffeinsatz auch die Kommunikation von größter Bedeutung ist, zeigte sich an der Station von Thomas Maier aus Lauffen. Aufgabenstellung war hier entsprechende Räumlichkeiten und die darin befindlichen Gefahrstoffgebinde zu beschreiben und per Funk an den "Lagekartenzeichner" am Flipchart durchzugeben. Nicht schlecht staunten manche Kameraden welche Informationen tatsächlich ankamen.

Abgerundet wurde die Veranstaltung am Ende mit einem gemeinsamen Mittagessen und guten Gesprächen. Die Feuerwehr Weinsberg bedankt sich bei allen recht herzlich die zu der gelungenen Veranstaltung beigetragen haben.


Bericht vom 02.03.2013

Am Samstag den 02.03.2013 traf sich der neu gebildete Gefahrstoffzug der Feuerwehr Bad Rappenau um 12.30 Uhr zu einer gemeinsamen Sonderübung in Güglingen. Erfreulicherweise nahmen 30 Kameradinnen und Kameraden der Abteilungen Bad Rappenau, Babstadt, Bonfeld, Fürfeld und Treschklingen an der Übung teil, sodass die Fahrzeuge GW-G, LF 8/6, MTW 1 und MTW 5 vollbesetzt ihre Fahrt nach Güglingen antreten konnten.

 

Vor Ort stand die Trainingsanlage TRT 7000 der Fa. Weber Hydraulik zur Verfügung. An der Anlage können verschiedene Leckagen an einem Tankzug simuliert werden. Weiterhin ist die Trainingsanlage auch für die Ausbildung im Bereich LKW-Rettung ausgelegt. Nach der Begrüßung durch die Weber-Ausbilder Bernd Schubert und Bernd Fetzer, wurden drei Stationen aufgebaut an denen verschiedene Themen behandelt wurden: Station 1 befasste sich mit der Kennzeichnung von Gefahrstoffen und dem Anlegen von Chemikalienschutzanzügen. An Station 2 konnte an der Trainingsanlage das Abdichten von Leckagen geübt werden. Dabei war vor allem das Improvisationsvermögen der Teilnehmer gefragt. Station 3 beschäftigte sich mit dem einsatzmäßigen Aufbau einer Pumpstrecke. Auch dieses Szenario konnte am TRT 7000 geübt werden.

 

Nach einem kurzweiligen Mittag konnte um 18 Uhr die Heimfahrt angetreten werden. Die Führung des Gefahrstoffzuges bedankt sich hiermit nochmals bei den Ausbildern Bernd Schubert und Bernd Fetzer, sowie allen Angehörigen des Gefahrstoffzuges die ihren freien Samstagmittag für diese Sonderübung geopfert haben.