Schutzkleidungen und Uniformen


Einsatzkleidung für Brände und technische Hilfeleistungen

... in Kombination mit Atemschutzgerät


Diese Einsatzkleidung stellt die persönliche Mindestausrüstung dar und muss bei Einsätzen und Übungen getragen werden. Sie besteht aus folgenden Einzelteilen:

- Feuerwehrüberjacke (HuPF Teil1)

- Feuerwehrhose (HuPF Teil2)

- Feuerwehrsicherheitsschuhwerk

- Feuerwehrschutzhandschuhe

- Feuerwehrhelm mit Nackenschutz

 

Bei besonderen Lagen und Gefahren muss spezielle Schutzausrüstung getragen werden, bei einem Brandeinsatz z.B. Flammschutzhaube (HupF Teil 5), Atemschutzgerät, Feuerwehrhaltegurt, Hitzeschutzkleidung...

 

Die Jacken und Hosen bestehen aus verschiedenen Materialen, um den unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden (Hitzeschutz, Schnitt-/Stichschutz, Atmungsfähigkeit, Sichtbarkeit).

Lagenaufbau: Obergewebe aus NOMEX® III, 265 g/m², Nässesperre/Isolation aus GORE-TEX®, Innenfutter aus NOMEX® Viskose FR, 130 g/m²


Schnittschutzkleidung

Bei Arbeiten mit der Motorsäge muss spezielle Forstschutzkleidung getragen werden. Diese besteht aus einer Schnittschutzhose oder Schnittschutzbeinlingen sowie einem Forsthelm mit Gesichts- und Gehörschutz.

Warum ist das Tragen einer Schnittschutzhose erforderlich?

Die Arbeit mit Motorsägen ist sehr gefährlich, egal ob ein umgestürzter Baum zersägt oder ein Dachstuhl geöffnet werden muss. Bei solchen Arbeiten können schwere Verletzungen durch die umlaufende Kette verursacht werden.

Die Schnittschutzhose besteht aus speziellen Kunststofffasern. Kommt die Kette mit der Hose in Kontakt, blockieren die Fasern augenblicklich die Säge und bringen damit die Kette zum Stillstand.



Flüssigkeitsschutzanzug (Form 2)

Der Flüssigkeitsschutzanzug kann bei Gefahrguteinsätzen getragen werden, er bietet jedoch nur Schutz gegen Flüssigkeitsspritzer und Staub - Gase und Dämpfe können nicht abgehalten werden. Daher muss bei einem Einsatz geklärt werden, ob der Anzug auch ausreichenden Schutz bietet.

Der Schutzanzug wird häufig vom Dekontaminationstrupp getragen, welcher kontaminierte (verschmutzte) Einsatzkräfte reinigt.

Chemikalienschutzhandschuhe, Gummistiefel und Atemschutz (Filter oder Pressluftatmer) ergänzen den Flüssigkeitsschutzanzung.



Chemikalienschutzanzug (Form 3)

Bei Gefahrguteinsätzen sind die Einsatzkräfte verschiedensten Stoffen ausgesetzt. Oft ist in der ersten Phase eines Einsatzes noch nicht bekannt, um welche Stoffe es sich handelt. Damit der vorgehende Trupp optimal geschützt ist, wurden gasdichte Chemikalienschutzanzüge entwickelt. Der Anzug besteht aus einem mehrfach beschichteten Elastomer, Gummistiefel und Handschuhe sind mit dem Anzug dicht verschweißt.

Zur Atemluftversorgung wird innerhalb des Anzuges ein Atemschutzgerät getragen, die Ausatemluft wird über Ventile abgelassen.

Die Beständigkeit gegenüber Chemikalien wurde vom Hersteller getestet und auf einer Beständigkeitsliste festgehalten. Der Anzug kann auch für wenige Sekunden einer Beflammung standhalten.

Nach jeder Benutzung, egal ob Einsatz oder Übung, muss der Anzug durch eine Fachfirma gereinigt und geprüft werden.



Ölschutzanzug

Bei Mineralölunfällen (z.B. havarierter Tank-/Kesselwagen, Betriebsunfall) ist es unter Umständen notwendig eine spezielle Schutzkleidung zu tragen. Die normale Einsatzkleidung birgt hier nämlich eine besondere Gefahr: Der Stoff der Kleidung saugt sich mit brennbaren Stoffen voll (Dochteffekt) und kann sich durch die große Oberfläche leicht entzünden. Außerdem ist die Einsatzkleidung nach dem Kontakt mit Ölen und Fetten häufig nicht mehr einsatztauglich.

Aus diesem Grund gibt es spezielle Ölschutzanzüge, sie bestehen aus Latzhose und Jacke, sowie einer Kopfschutzhaube. Der Stoff der Kleidung ist gummiert und verhindert so das Eindringen von Ölen, er widersteht auch einer kurzen Beflammung. Das Sichtfenster der Kopfschutzhaube besitzt ein Lochgitter, welches einen Flammendurschlag ins Gesicht verhindert. Die Kunststoffscheibe schützt lediglich vor Flüssigkeitsspritzern.



Hitzeschutzanzug Form II + Form III

Form III
Form III
Form II
Form II

Hitzeschutzbekleidung oder Hitzeschutzanzüge dienen dem Schutz von Einsatzkräften vor extremer Hitzestrahlung.  

 

Hitzeschutzbekleidung besteht aus einem mehrlagigen, isolierenden Innenanzug (meist Aramide, Imide oder Duromere) und einer Metallbeschichtung (meist aluminiumbedampft), die die Hitzestrahlung vom Körper fernhält.

Der Hitzeschutzanzug hat üblicherweise eine goldbedampfte Sichtscheibe.

Einsatzbereiche für den Schutzanzug der Feuerwehr sind alle Lagen mit ungewöhnlich starker Wärmestrahlung, beispielsweise Brände in Chemiefabriken, an Ölförderanlagen oder Tank-/Kesselwagen.

 

Beim Einsatz der Hitzeschutzanzüge wird auch immer ein Pressluftatmer unter dem Anzug getragen.

 

Die Feuerwehr Bad Rappenau besitzt 2 verschiedene Typen von Hitzeschutzanzügen:

Form II - Mantel mit integrierter Kopfschutzhaube und Handschuhe

Form III - Einteiliger Ganzkörperanzug mit integrierter Kopfschutzhaube, Handschuhen und Füßlingen

 


Insektenschutzanzug

In seltenen Fällen wird die Feuerwehr auch zur Entfernung von Insektennestern herangezogen. Wann ein solcher Einsatz erforderlich ist lässt sich hier nachlesen.

Der Insektenschutzanzug besteht aus einem leichten Stoff, der vor Stichen von Bienen, Wespen, usw. schützt. Elastische Bünde an Armen und Beinen verhindern, das Wespen oder Bienen ins innere des Anzugs gelangen. Die Kopfhaube besitzt einen langen Kragen, der in Kombination mit dem Anzug dicht abschließt.



Persönliche Schutzausrüstung bei der Absturzsicherung

Bei vielen Einsätzen der Feuerwehr besteht die Gefahr eines Absturzes, zum Beispiel bei Dachstuhlbränden, Unwetterschäden an Gebäuden, Schneeräumen auf Dächern, usw.

Um die Einsatzkräfte in solchen Situationen zu sichern gibt es den sogenannten "Gerätesatz Absturzsicherung". Dieser Satz beinhaltet alles was zur Sicherung von Einsatzkräften benötigt wird: Sitzgurt, 60m Kernmanteldynamikseil, Bandschlingen, Karabiner und einen Bandfalldämpfer. Die Feuerwehr Bad Rappenau ist insgesamt mit 3 Gerätesätzen ausgerüstet.

Somit kann pro Gerätesatz ein Feuerwehrangehöriger im Einsatz gesichert werden. Zur Sicherung werden 2 weitere Feuerwehrleute benötigt.

 

Die persönliche Schutzausrüstung (PSA) bei der Höhensicherung besteht aus Feuerwehrstiefeln, Feuerwehrhose, Feuerwehrhelm (besser ist ein Kletterhelm) und dünnen Schutzhandschuhen. Je nach Einsatzsituation kann auch auf die Einsatzjacke verzichtet werden, da diese das Tragen des Sitzgurtes behindert und durch ihre isolierende Wirkung den Träger zusätzlich belastet (Hitzestau).



Automatikschwimmweste

Bei Arbeiten an oder auf dem Wasser tragen die Feuerwehrangehörigen Schwimmwesten, um im Ernstfall vor dem Ertrinken geschützt zu werden. Neben der Besatzung des Rettungsbootes oder des Schlauchbootes tragen auch Einsatzkräfte am Ufer Schwimmwesten.

Die Schwimmwesten der Feuerwehr Bad Rappenau sind sogenannte "Automatikwesten", da sie beim Untertauchen ins Wasser automatisch einen Schwimmkörper aufblasen. Dies geschieht durch eine CO²-Patrone. Die Schwimmweste kann auch durch eine Reißleine betätigt werden.

 



Kennzeichnungswesten

Einsatzstellen der Feuerwehr sind oft unübersichtlich. Eine Unterscheidung der Führungskräfte ist nur schwer möglich, da alle die gleiche Schutzausrüstung tragen. Bei großen Einsätzen mit mehreren Feuerwehren potenziert sich dieses Problem sogar noch.

Daher gibt es zur besseren Kenntlichmachung von Führungskräften bei vielen Feuerwehren sog. Kennzeichnungswesten. Die Kennzeichnungswesten zeigen durch Farbe und Beschriftung an, welche Funktion der Träger inne hat.

Das Innenministerium Baden-Württemberg hat zur Vereinheitlichung folgende Empfehlung herausgegeben:

 

Einsatzleiter - gelb

Abschnittsleiter - weiß

Zugführer - grün

Gruppenführer/Fahrzeugführer- blau

Einsatzleiter
Einsatzleiter
Abschnittsleiter (hier Abschnitt 3)
Abschnittsleiter (hier Abschnitt 3)
Zugführer
Zugführer
Gruppenführer (hier vom TLF 16/25)
Gruppenführer (hier vom TLF 16/25)