Einsatzfahrzeuge - Die technische Grundlage der Feuerwehr

Um im Ernstfall schnelle und professionelle Hilfe leisten zu können braucht es neben einer gut ausgebildeten Mannschaft vor allem eines - die richtigen Fahrzeuge mit der passenden Ausrüstung. Die Feuerwehrfahrzeuge in Deutschland sind meist multifunktional, das heißt ein Fahrzeug kann für viele verschiedene Einsatzszenarien eingesetzt werden.

Das Arbeitstier der Feuerwehren ist das Löschfahrzeug bzw. Hilfeleistungslöschfahrzeug. Dieses Fahrzeug hat einen eingebauten Wassertank, eine Löschwasserpumpe, Schläuche, Atemschutzgeräte, Leitern, Werkzeug und oft auch hydraulische Rettungsgeräte an Bord. Es bietet Platz für 6-9 Feuerwehrleute. Deshalb können mit diesem Fahrzeug Brandeinsätze, technische Hilfeleistungen und andere Einsätze abgearbeitet werden.

Manchmal reicht jedoch die Ausrüstung eines Löschfahrzeuges nicht aus, deshalb gibt es noch diverse Sonderfahrzeuge um die Lücken zu füllen.

 

Jeder Bürger soll in Deutschland die gleiche Hilfe erhalten, egal wo er wohnt. Allerdings kann nicht jede Gemeinde die notwendigen Fahrzeuge vorhalten, deshalb werden die restlichen Einheiten von anderen Ortschaften hinzugezogen. Für jede Gemeinde sind daher die jeweiligen Unterstützungseinheiten von außerhalb festgelegt. Schließlich können auch Feuerwehren von kleinen Gemeinden bei bestimmten Einsätzen nicht auf eine Drehleiter verzichten.

 

Wann wie viele Fahrzeuge

Damit die Einsatzkräfte schnell vor Ort sein können, muss man auch schnell wissen, welche Einheiten überhaupt alarmiert werden. Diese Auswahl ist in der sog. Alarm- und Ausrückeordnung hinterlegt. Dort sind für jede Gemeinde alle Einsatzarten gelistet, zusätzlich sind die erforderlichen Einheiten eingetragen.

Hierdurch ist weiter gewährleistet, dass die vorgegebenen Hilfeleistungsfristen eingehalten werden.

 

Die verschiedenen Einsatzarten werden sog. Gefahrenabwehrstufen (GAS) FEUER 1-4 oder TECHNISCHE HILFE 1-4 zugeordnet. Außerdem wird unterschieden, ob Menschenleben in Gefahr sind oder nicht. Jeder Gefahrenabwehrstufe werden die erforderlichen Einheiten zugeteilt. Dadurch erhält jeder Bürger im Landkreis die gleiche Hilfe, außerdem erleichtert das System auch die Arbeit des Einsatzleiters: Falls er feststellt, dass die Lage schlimmer ist als gemeldet, kann er einfach die GAS um eine Stufe erhöhen. Die Leitstelle alarmiert dann automatisch die hinterlegten Einheiten. Vor Einführung eines einheitlichen Alarmsystems musste der Einsatzleiter die einzelnen Einheiten benennen die er zur Verstärkung brauchte. Außerdem hatten auch die Bürger in kleinen Gemeinden einen Nachteil: Es kamen nicht immer automatisch eine Drehleiter oder andere Sonderfahrzeuge mit. Die aktuelle Alarm- und Ausrückeordnung hat diese Nachteile nicht.

 

Beispiele für die verschiedenen Gefahrenabwehrstufen:

Gefahrenabwehrstufe 1

FEUER: z.B. Kleinbrand, Pkw-Brand

TH: z.B. Ölspur, Wasserschaden, Türöffnung, Person in Aufzug

 

1 Löschfahrzeug

 

Diese Einsätze werden durch jede der neun Abteilungen in der Nacht, am Wochenende sowie an gesetzlichen Feiertagen ohne Unterstützung abgearbeitet. Unter der Woche werden die Abteilungen 2-9 (Ortsteile) tagsüber durch die zentral liegende Abteilung Bad Rappenau mit einem Fahrzeug sowie Personal unterstützt.

Gefahrenabwehrstufe 2

FEUER: z.B. Pkw-Brand Menschenleben in Gefahr, LKW-Brand, Zimmerbrand

TH: z.B. Verkehrsunfall PKW 1 Person eingeklemmt, Gasgeruch

 

2 Löschfahrzeuge + Drehleiter/Rüstwagen

 

Die Abteilung Bad Rappenau arbeitet diese Einsätze in Zimmerhof sowie Bad Rappenau selbst ab.

Die Abteilungen 2-9 (Ortsteile) stellen bei dieser Einsatzart das zuerst eintreffende Löschfahrzeug, das zweite Löschfahrzeug sowie das Sonderfahrzeug (Rüstwagen/Drehleiter) wird durch die Abteilung Bad Rappenau gestellt.

Gefahrenabwehrstufe 3

FEUER: z.B. Zimmerbrand Menschenleben in Gefahr, BMA Altenheim

TH: z.B. Verkehrsunfall PKW 2 Personen eingeklemmt, Bauunfall

 

3 Löschfahrzeuge + Drehleiter/Rüstwagen

 

Bei dieser Gefahrenabwehrstufe wird in den Abteilungen 2-9 (Ortsteile) das zuerst eintreffende Löschfahrzeug durch die betroffene Abteilung selbst gestellt. Das Löschfahrzeug 2 und 3 sowie das Sonderfahrzeug (Drehleiter/Rüstwagen) wird durch die Abteilung Bad Rappenau unterstützend gestellt.

Die Abteilung 1 (Bad Rappenau) wird bei einer Alarmierung der GAS 3 durch die Abteilung Bonfeld unterstützt.

Gefahrenabwehrstufe 4

FEUER: z.B. Brand Krankenhaus, Brand Fabrik

TH: z.B. Verkehrsunfall PKW/LKW mehrere Personen eingeklemmt

 

3 Löschfahrzeuge + Drehleiter/Rüstwagen/Feuerwehrkran + Einsatzleitwagen 2

 

Bei dieser Gefahrenabwehrstufe wird die Feuerwehr Bad Rappenau durch Sonderfahrzeuge anderer Feuerwehren unterstützt (z.B. Gelenkmast der Werkfeuerwehr Audi oder Feuerwehrkran der Berufsfeuerwehr Heilbronn).

Zur Einsatzkoordination kommt der Einsatzleitwagen 2 des Landkreises Heilbronn mit einem unterstützend tätigen Führungsstab zur Einsatzstelle.

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